Warum beim Züchter kaufen?

Es gibt viele gute Gründe seine Tiere von einem seriösen Züchter zu beziehen. Dagegen nur sehr wenige, die für einen Vermehrer oder eine Zoohandlung sprechen. Eigentlich nur einen. Den Preis. Nur nach dem Preis sollte man seine Tiere nicht kaufen! Die Anschaffungskosten stehen in keinerlei Verhältnis zu dem, was ein Meerschweinchen während seines gesamten Lebens kostet:

Futterkosten

Tierarztkosten

Unterhaltskosten



► Warum also beim Züchter? 

Ein seriöser Züchter ist niemals auf Profit aus, im Gegenteil. Jeder Züchter ist froh, wenn er nicht allzu weit ins Minus rutscht. Warum die Tiere dennoch teurer sind, als beim Vermehrer?

  1. Nunja, ein Züchter achtet darauf, seine Tiere nicht als Gebärmaschinen zu missbrauchen um möglichst viele Babys verkaufen zu können.
  2. Er setzt immer im Sinne des Tieres eine Verpaarung und arbeitet auf ein bestimmtes Zuchtziel hin.
  3. Zudem achtet er darauf, die Tiere artgerecht zu halten und zu ernähren. Und das kostet nun mal sehr viel Geld.
  4. Außerdem wird ein seriöser Züchter seine Zuchttiere nur aus ebenso seriösen Quellen kaufen.
  5. Er investiert viel Zeit und vor allem auch Geld in seine „Ausbildung“, sprich, er wird regelmäßig Genetik- und diverse andere Seminare besuchen.
  6. Ein seriöser Züchter klärt potentielle Käufer IMMER über artgerechte Haltung und Ernährung auf, steht bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite und würde seine Tiere immer zurück nehmen, sollten die neuen Besitzer aus welchem Grund auch immer, die Schweinchen wieder abgeben müssen.
  7. Zudem wird er potente Böcke nur an Züchter weitergeben und niemals als Liebhaberschweinchen vermitteln. Damit würden erneut Vermehrer unterstützt werden, die dann ohne Wissen einfach irgendwelche Tiere miteinander verpaaren könnten. Es besteht auch das Risiko bei diesen Böcken, dass sie im hohen Alter – warum auch immer – plötzlich bockunverträglich werden und ihren Lebensabend dann alleine absitzen müssen. Dieses Risiko besteht bei Kastraten nicht. Selbst wenn diese bockunverträglich werden, können immer noch Mädels zu ihnen gesetzt werden, sodass sie nicht alleine sein müssen.
  8. Ein weiterer Vorteil bei Züchtern ist, dass die Weibchen, die man von dort übernimmt garantiert nicht schwanger sind. Bei Vermehrern wird oft nicht oder nur unzureichend auf eine Trennung nach Geschlecht geachtet und so bekommt man von diesen Tieren oft Nachwuchs.

 


„Aber ich würde sowieso so gerne einmal Babys haben!“ Ja? Auch noch, wenn bei der Geburt etwas schiefgeht, die Babys und vielleicht auch das Muttertier sterben? Wenn nur die Mutter stirbt und die Babys dann mit der Hand großgezogen werden müssen? Per Hand aufziehen heißt alle ein bis zwei Stunden füttern – und das rund um die Uhr. Und dann bleibt immer noch das Restrisiko, dass es vielleicht doch nicht alle schaffen.

Ein Züchter hat immer mindestens einen Tierarzt bei dem er sich im Notfall zu jeder Uhrzeit melden kann. Er hat auch alle notwendigen Utensilien für die Handaufzucht Zuhause, angefangen bei den Einwegspritzen bis hin zu verschiedenen Präparaten zur Aufzucht. Wir bieten unseren Tieren zusätzlich noch eine Rotlichtlampe zur Wärmezufuhr an, damit geschwächte Tiere nicht zusätzlich noch Energie zum Warmhalten verbrauchen.


Dann steht man vor dem nächsten Problem. Die Böcke müssen frühkastriert werden. Pro Kastra kann man sehr leicht 60€ rechnen. Dann hat man aber vielleicht nicht nur ein Böckchen, sondern vier. Da sind wir dann schon bei 240€! Nicht zu vergessen der Zeitaufwand, die Tiere müssen zum Tierarzt gebracht und wieder von ihm abgeholt werden, die Wunde muss täglich kontrolliert werden und ggf. auch behandelt. 

 

Einige Tiere von uns sind meist schon vor Ihrer Geburt reserviert und Kastrate werden im Voraus bezahlt. Meistens ist einer von uns Beiden Zuhause und ist sofort vor Ort, sollten nach der Kastration Probleme auftreten.


Undercover-Erfahrungen aus einer Zoohandlung

Man muss diesem Geschäft positiv anrechnen, dass die Schweinchen verhältnismäßig viel Platz haben, dies ist aber auch nicht immer der Fall.

Fehler Nummer 1:

Zunächst lebten die Schweinchen in gemischten Gruppen, da nach Angaben des Mitarbeiters, das Geschlecht bei Meerschweinchen nicht bestimmt werden könne. Dies ist allerdings kompletter Schwachsinn. Man kann sie sehr wohl unterscheiden!

Also konnte man sich schon mal ziemlich sicher sein, dass die Weibchen mit ihrem viel zu jungen Alter bereits gedeckt waren.

Fehler Nummer 2:

Dann wollte er mir erzählen, dass man Meerschweinchen kein Gemüse füttern solle, da sie davon Durchfall und/oder Blähungen bekämen und oft sterben würden.

Frisches Gras sowie Gemüse versorgen die Schweinchen mit den lebensnotwendigen Vitaminen!

Fehler Nummer 3:

Er hätte mir auch gut und gerne nur ein Schweinchen verkauft. Ohne vorher zu Fragen, ob den bereits Schweinchen vorhanden sind.

Meerschweinchen sind hochsoziale Tiere mit einer genauen  Rangordnung. Sie lebenslang allein zu halten ist die reinste Folter.

Fehler Nummer 4:

Natürlich hätte er mir einen gewöhnlichen Käfig mit 120cm Länge angedreht. Wie sollte er auch anders, wenn die Firma für die er arbeitet gar keine anderen Möglichkeiten zur Verfügung stellt.

Keine Laufstrecke fürs Schwein, kein Platz zum toben. Sprichwörtlich eine "Arme Sau".

Fazit

So...wer nun immer noch der Meinung ist, es wäre nicht nötig beim Züchter zu kaufen, dem bleiben hoffentlich Totgeburten, mühsame Handaufzuchten oder andere Gendefekte (Lethal Whites) erspart. Natürlich brauchen wir auch Menschen die Tiere aus Notstationen bzw. von Tierheimen holen und ihnen ein Zuhause geben. Jedoch können wir mit dem Kauf bei einem Züchter die Anzahl der Tiere, welche später in einem Tierheim ankommen vermindern!