Allgemeine Informationen

Physiologische Daten

 

Körperlänge: 12 - 30cm

Gewicht:  800 - 1600g 700 - 1400g

Körpertemperatur: 37,5°C - 39,5°C

Atemfrequenz: 100 - 150 / Minute

Herzfrequenz: 200 - 320 / Minute

Ernährungstyp: Pflanzenfresser (herbivor)

Nahrung: Gras, Heu, Gemüse (Liste)

Tag-Nacht-Rhythmus: Tagaktiv

Geschlechtsreife:  & mit ca 3 Wochen/250g

Geschlechtszyklus: brünstig alle 14 - 18 Tage

Tragzeit: ca 68 Tage nach dem Deckzeitpunkt

Wurfgröße: 1 - 6 Jungtiere (selten bis zu 9)

Ausgewachsen: 7 - 12 Monaten

Lebenserwartung: durchschnittlich 5 - 8 Jahre

jedoch auch mehr als 10 Jahre möglich!

Hausmeerschweinchen (Cavia Porcellus)

Systematik:

Stamm: Wirbeltiere

Klasse: Säugetiere

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)

Familie: Meerschweinchen (Caviidae)

Gattung: Echte Meerschweinchen (Cavia)

Art: Wildmeerschweinchen (Cavia Aperea)

► Hausmeerschweinchen (Cavia Porcellus)


Gewicht: Das Geburtsgewicht von "lebensfähigen" Meerschweinchenbabys variiert zwischen 50g (alles darunter muss zwingend gepäppelt werden) und 140g. Es kommen auch Babys unter 40g auf die Welt, jedoch sind diese meist nicht lebensfähig. Ausgewachsene Männchen wiegen zwischen 800 und 1600g und Weibchen zwischen 700g und 1400g. 

 

Ist mein Schweinchen zu dick?!

Diese Frage begegnet einem als Züchter öfter. Wir geben daher immer folgenden Tipp: Hat das Schweinchen kleine Fettkügelchen in der Hautfalte am Kinn, sollte man über eine Diät für das Tier nachdenken. Auch ein Hängebauch oder im Extremfall eingeschränkte Bewegungsfreiheit können ein Zeichen für Übergewicht sein. In fast allen Fällen muss dies aber für jedes Tier gesondert entschieden werden und man kann keine Pauschalaussage treffen. 


Herkunft von Meerschweinchen

Es gibt verschiedene Ansätze wie es zur Domestizierung der Meerschweinchen gekommen ist. Stattgefunden hat diese bereits im Zeitraum von 5000-2000 vor Christus. Laut Knochenfunden ist das Heimatland der Tiere Mittel- bzw. Südamerika. Dort leben sie auch heute noch z.B. in den Steppen Südamerikas bzw. in den Anden, einer Gebirgskette an der Westküste.

 

Nach Europa kamen die Meerschweinchen vermutlich erst um das 16. Jahrhundert, als die Spanier Südamerika erobert haben und die Tiere im Reisegepäck mit nach Hause brachten. Eine weitere Theorie sagt, dass die Holländer sie mit ihren Handelsschiffen mit nach Europa brachten. Nichts desto trotz das "Meer-" im Namensstamm der Tiere, dürfte wohl ziemlich sicher aufgrund ihres Transports mit den Schiffen über das Meer zurückzuführen sein. Das "-schweinchen" kann man auf die Quiek-Laute und das schweinchenähnliche Aussehen zurückführen. Auch im Englischen "Guinea-Pig" ist Pig = Schwein im Namen enthalten. 


Abstammung von Meerschweinchen

Die Meerschweinchen (Caviidae) gehören zu der Ordnung der Nagetiere. Dort gibt es 3 verschiedene Unterfamilien:


1. Die eigentlichen Meerschweinchen (Caviinae), welche in      weiten Teilen Südamerikas verbreitet sind und sogar auf Gebirgen mit bis zu 4000 Metern leben. Sie sind soziale Tiere und leben als Pärchen oder in Gruppen. Sie werden bis zu 40 cm groß und bis zu 1,5 kg schwer.

 

Darunter 3 weitere Gattungen mit 15 Arten und unter anderem auch das Hausmeerschweinchen (Cavia porcellus form. domestica), welche in den verschiedensten Rassen und Farben vorkommen. Sie kamen im 16. Jahrhundert nach Europa.

Hausmeerschweinchen
Hausmeerschweinchen


2. Die Pampashasen (Dolichotinae) bzw Maras, welche an einen Hasen bzw ein Huftier erinnern. Unterschieden werden zwei Arten:

 

Großer Pampashase (D. patagonum), welcher in den Pampas Argentiniens Zuhause ist. Er erreicht eine Länge von 65-80 cm und ein Gewicht von ø8 kg. 

 

Kleiner Pampashase (D. salinicola), welcher in etwa 30 cm kleiner ist.

Großer Pampashase
Großer Pampashase


3. Die Hydrochoerinae zu welchen vor allem fossile Meerschweinchengattungen zählen, aber auch:

 

Die Capybaras (Hydrocherus Hydrochaeris). Diese sind besser bekannt unter dem Namen Wasserschweine, denn sie verbringen einen Teil ihres Lebens im Wasser. Sie kommen in zwei getrennten Gebieten in Süd- bzw Mittelamerika vor. Sie können eine Größe von bis zu 1,30 Meter und ein Gewicht von 80 kg erreichen und gelten somit als die größten lebenden Nagetiere.

Capybaras
Capybaras


Verhalten und Lebensweise

Meerschweinchen sind in der Regel tagaktive Tiere, welche auch in den höheren Bergregionen ihres Herkunftslandes keinen Winterschlaf bzw keine Winterruhe halten. Jedoch sind sie auch öfter Nachts aktiv bzw Schlafen am Tag, daher finden wir ist eine eindeutige Abgrenzung, wie es z.B. beim Hamster der Fall ist, kaum möglich. 

 

Sie leben in verlassenen oder natürlichen Höhlen(-systemen) sowie in Steinspalten oder ähnlichen Unterschlüpfen. Daher ist es auch wichtig, dass wir unseren Hausmeerschweinchen genügend Versteckmöglichkeiten in Form von Häusern, Unterständen oder Röhren etc. anbieten.

 

In freier Wildbahn kommen sie entweder als Paare oder aber meist als Gruppen aus einem Männchen, mehreren Weibchen und den Jungtieren vor. Diese Gruppen haben einen enormen Vorteil für die Meerschweinchen, denn im Falle einer lauernden Gefahr oder Bedrohung können sie sich schneller gegenseitig warnen. Daher ist eine Haltung als Haremsgruppe, sprich bestehendem aus einem Kastraten und mehreren Mädels die Haltungsform, welche der Natürlichen am nächsten kommt. 

 

Meerschweinchen sind Fluchttiere, daher sollte man unbedingt darauf achten, den kleinen genügend Versteckmöglichkeiten zu bieten. Erschrecken sich Meerschweinchen, flüchten sie sofort an einen sicheren Ort. Sehr starkes Erschrecken kann für Meerschweinchen auch tödlich sein! Daher sollte man sie langsam an Geräusche wie den Staubsauger oder den Fernseher etc. gewöhnen. Nimmt man ein Tier aus dem Stall und dieses bewegt sich kaum mehr, heißt das nicht, dass es dem Schweinchen gefällt, sondern dass es in die sog. "Schockstarre" verfallen ist. Daher sollte das Schweinchen selbst entscheiden können ob es zu einem kommt oder eben nicht. Dies ist auch sehr Charakter abhängig und es gibt Individuen die lassen sich im Stall kraulen oder kommen heraus und krabbeln auf den Schoss des Menschen, andererseits gibt es Tiere die nehmen nicht einmal ein Leckerli aus der Hand.

 

Tipp: 

Je mehr man sich mit den Tieren beschäftigt, sie aus der Hand fressen lässt, mit ihnen redet etc. Desto zutraulicher werden sie, denn sie brauchen Zeit um sich an die Stimme und den Geruch des Halters zu gewöhnen!