Meerschweinchen Rassen

Hier findet ihr die verschiedenen Meerschweinchen Rassen und deren spezifische Merkmale anhand welcher sie sich eindeutig festlegen lassen. Diese Rassen wurden überwiegend vom Menschen gezüchtet, um bestimmte Merkmale besonders hervorzuheben oder nicht gewollte "auszulöschen". Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen kurzhaarigen und langhaarigen Meerschweinchen. Es gibt aber auch sogenannte Skinny-Pigs auch bekannt unter dem Namen "Nacktmeerschweinchen". Zu guter letzt gibt es noch die "Riesenmeerschweinchen" auch Cuy(s) genannt. 

 

Ein Sonderfall bei den Meerschweinchen sind die sog. Satin-Meerschweinchen, welche nicht direkt zu den Rassen, aber irgendwie auch nicht konkret zu den Farben zählen.


Kurzhaar Meerschweinchen

Dieser Felltyp ähnelt ihren Vorfahren am stärksten. Als Kurzhaar Meerschweinchen bezeichnen wir solche mit kurzem und glattem Fell. Durch dieses Fell ergeben sich Vorteile vor allem für warme Regionen, da ihr Körper nicht zusätzlich durch das dicke Fell erwärmt wird.

Bei den Kurzhaar Meerschweinchen unterscheiden wir die folgenden Rassen:

Glatthaar

Diese Rasse zeichnet sich durch ein glattes, eng anliegendes Fell aus. Die durchschnittliche Felllänge beträgt in etwa 3 cm

Crested

Crested Meerschweinchen haben genau wie die Glatthaar Meerschweinchen ein glattes, eng anliegendes Fell. Der einzige Unterschied ist ein kleiner "Donut" (ein Wirbel im Fell) mittig auf der Stirn. Durch diesen "Schopf" werden sie auch als Schopfmeerschweinchen bezeichnet. Wir unterscheiden auch noch in: 

  • English Crested (Wirbel auf der Stirn hat die selbe Farbe wie das Fell) 
  • American Crested (Wirbel auf der Stirn ist weiß

US-Teddy

Der US-Teddy hat kurzes Fell. Dieses wird bis zu 3 cm lang, ist krausig und steht vom Körper ab. Seine Bauchhaare und Barthaare sind glatt, wodurch wir ihn auch sicher vom Rex unterscheiden können. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass das Fell kürzer und dichter ist als das Fell eines Rex Meerschweinchens. Verwechslungsgefahr besteht auch mit dem CH-Teddy, welcher jedoch längeres Fell (bis zu 6 cm) im Gegensatz zum US-Teddy hat. 

 

Der US-Teddy entstand durch eine Mutation. Entdeckt wurde diese Rasse 1967 in Kalifornien. 

 

Vorsicht: Lasst euch beim Kauf eines jungen US-Teddys nicht von seinem anfangs zerzausten Aussehen abschrecken, denn diese Rasse macht oft einen Fellwechsel durch und der US-Teddy mutiert vom "hässlichen Entlein" zum wunderschönen Teddybären. 

CH-Teddy

Der CH-Teddy hat mittellanges Fell. Dieses wird bis zu 6 cm lang, ist rau und steht vom Körper ab. Das raue Aussehen täuscht jedoch, denn eigentlich ist das Fell weich und elastisch. Erlaubt ist nur eine kleine Krone auf dem Kopf, jedoch dürfen keine Rosetten vorhanden sein, damit man von einem reinen CH-Teddy sprechen kann. Unterscheiden kann man den CH-Teddy vom US-Teddy durch sein etwas längeres Fell. 

 

Der CH-Teddy entstand durch eine eigene Mutation und ist genetisch nicht mit dem Rex und dem US-Teddy verwandt. Ursprünglich kommt diese Rasse aus der Schweiz. Nachzüchten kann man CH-Teddys nur durch kreuzen zweier reinrassiger Elterntiere, da das entscheidende Gen rezessiv, d.h. zurücktretend, vererbt wird. 

 

Vorsicht: Auch der CH-Teddy macht als Jungtier mehrmalige Fellwechsel durch und kann in manchen Phasen als "hässliches Entlein" wahrgenommen werden, welches sich nach einiger Zeit als niedliches Bärchen zeigt. 

Rex

Ein Rex Meerschweinchen hat kurzes Fell. Dieses wir bis zu 3 cm lang, ist krausig bzw. drahtig und steht vom Körper ab. Es sieht nicht nur drahtig aus, sondern fühlt sich auch so an. Diese Haarstruktur entsteht durch das fehlende Deckhaar. Sehr wichtig ist, dass die Fellstruktur insgesamt gleichmäßig ist, d.h. es darf an keiner Stelle plötzlich glatt sein oder Wirbel haben. Die Barthaare und Bauchhaare sind ebenfalls krausig. Dies macht es uns einfach das Rex vom US-Teddy zu unterscheiden, denn im Gegensatz zum Rex sind die Bart- und Bauchhaare beim US-Teddy glatt. Als weiterer Unterschied ist das Fell eines US-Teddys weich und nicht drahtig.

 

Rex Meerschweinchen traten als Mutation aus Glatthaartieren auf. Sie wurden erstmals 1919 in England gezüchtet. Die Züchtung dieser Rasse ist nicht ganz so einfach, da diese durch sogenannte Träger gezüchtet werden, d.h. man verpaart einen reinrassigen Rex mit einem Glatthaartier und erhält lauter Glatthaar Meerschweine die das "Rex-Gen" in sich tragen. Diesen Träger kann man dann entweder mit einem reinrassigen Rex paaren und man erhält 50% Rex und 50% Rexträger oder mit einem Rexträger und man erhält 25% Rex, 25% Glatthaartiere und 50% Rexträger oder mit einem Glatthaar und man erhält 50% Rexträger und 50% Glatthaar.

 

Kurzhaarperuaner

Bei einem Peruaner denkt man erstmal an sehr langes Fell. Jedoch gibt es auch hier die "Variante" mit mittellangem Fell. Diesen ordnet man vor allem in die Gruppe der Kurzhaar Meerschweinchen ein, weil sein Fell doch wesentlich kürzer ist als das Fell des Langhaarperuaners. Das Kurzhaarperuaner Schweinchen besitzt 2 gegenüberliegende Wirbel auf der Hüfte. Das charakteristische Pony erhalten sie durch einen weiteren Wirbel auf dem Kopf.

 

Meistens kommen sie in den Farben Rot, Weiß und Schwarz vor. Die üblichsten Farbvarianten für die Kurzhaarperuaner sind reines Schwarz, reines Weiß, Schwarz-Weiß, Rot, Rot-Weiß und Schildplatt.

 

Genetisch am ähnlichsten sind die Kurzhaarperuanern den Ridgeback, mit welchen sie auch eng verwandt sind. Verwechseln könnte man sie auch mit den Irish Crested (nicht anerkannte Rasse aus , welche ebenfalls zwei Wirbel an der Hüfte besitzen.

Ridgeback

Ein Rideback Meerschweinchen besitzt ca. 2,5 cm langes Fell. Charakteristisch für Ridebacks ist der Kamm, welcher sich von den Ohren entlang der Wirbelsäule über den kompletten Rücken des Schweinchens zieht. Dieser entsteht dadurch, dass das Fell am Rücken des Meerschweinchens entgegen der normalen "Fellrichtung", also gegen den "Strich", wächst. Reine Ridgebacks dürfen keine Wirbel besitzen!

 

Ridgebacks entstanden aus der Verpaarung von Glatthaar und Rosetten bzw. Peruanern. Wann genau diese Rasse ihren Ursprung hatte ist schwer zu sagen, denn sie entstand nicht aufgrund einer neuen Mutation und somit könnte bei jedem Züchter, welcher die oben genannten Rassen verpaart hatte, bereits ein Ridgeback gefallen sein ohne diesen als eigene Rasse zu erkennen. Die professionelle Züchtung dieser Rasse lässt sich auf das Jahr 1995 zurückführen. Sie wurden überwiegend in England gezüchtet und konnten sich bis jetzt noch nicht als Standard-Rasse in Deutschland durchsetzen.

Rosetten

Der Kinderliebling schlecht hin! Rosetten besitzen kurzes, abstehendes Fell, welches ca. 3 cm lang wird. Die klassische Wirbelverteilung ist: 4 Wirbel am Körper, 2 Wirbel an der Hüfte und 2 Wirbel an der Hinterhand. Somit besitzt ein reines Rosettenschweinchen mindestens 8 Wirbel. Wichtig ist die Symmetrie der Wirbel!

Rosetten werden auch als Abyssinian bezeichnet.

 

Farbvariationen sind alle erlaubt. Egal ob einfarbig oder mehrfarbig. Als California, Schimmel oder Satin...

Somali

Somali besitzen kurzes, in sich gedrehtes Fell. Die Felllänge beträgt ca. 2,5-3 cm. Die Haare sehen wie kleine Korkenzieher aus. Das Fell ist insgesamt weich und in ihm befinden sich viele Verwirbelungen

 

Somali sind eine Kreuzung aus Rosetten und Rex. Von diesen beiden Rassen besitzt das Somali auch seine Merkmale. Die Bezeichnung an sich stammt aus Australien, dem Herkunftsland dieser Schweinchen. Jedoch ist diese Rasse dort und auch in Deutschland nicht als eigenständige Rasse anerkannt.

Curly

Übersetzt bedeutet dies "lockig" oder "gelockt". Diese Übersetzung trifft den Felltypen des Curlys sehr gut. Für seine Locken ist ein spezielles Gen verantwortlich. Die Felllänge betragt zwischen 4-6 cm. Insgesamt kann die Lockenpracht dieses Schweinchens als eher "harsch" (rau) bezeichnet werden.

 

1986 wurde diese Rasse in Schweden als erstes kurzhaariges Lockenmeerschweinchen entdeckt. Curlys gibt es auch mit Wirbeln und man nennt diese dann Abyssinian Curly.


Langhaar Meerschweinchen

Wie der Name schon sagt besitzen diese Meerschweinchen sehr langes Fell. Dies führt dazu, dass eine regelmäßige Fellpflege dringend nötig ist, denn vor allem im Sommer kann es durch das lange Fell schnell zur Überhitzung des kleinen Körpers kommen. Im Winter oder bei Außenhaltung bietet das Fell natürlich einen Vorteil, denn durch dieses werden sie besser vor Kälte geschützt. Jedoch muss man vorsichtig sein, denn immer wieder befinden sich Stellen am Körper vor allem bei Wirbeln und Scheiteln, an welchen sich die Tiere trotzdem Erfrierungen zuziehen können. Außerdem ist regelmäßiges Schneiden des Fells nötig, damit die Tiere problemlos laufen können und auch am After sich keine Ausscheidungen in den Haaren fest setzen und den Befall durch Parasiten oder Krankheitserreger fördern! Für Bodenhaltung im Freien sind die Langhaarrassen eher nicht geeignet, da ihr Fell schnell dreckig, verfilzt und nass werden würde, wodurch die Tiere eine erhöhte Krankheitsgefahr haben. Folgende Rassen werden unterschieden:

Alpaka

Das Fell des Alpaka ist lockig und buschig. An den Hüften befinden sich 2 Wirbel. Sie besitzen einen Mittelscheitel auf dem Rücken, von welchem die Haare nach links und rechts abfallen. Der nach vorne fallende Pony entsteht durch einen Fellwirbel zwischen den Ohren. Der Pony ist auch etwas kürzer als das restliche Fell. 

Verwechseln kann man Alpakas mit Texel Meerschweinchen. Jedoch fällt beim Texel das Kopfhaar nach hinten und es ist kein Pony vorhanden.

 

Gezüchtet wurden Alpakas erstmals in England.

Angora

Das Fell des Angora Schweinchens ist seidig und flauschig. Das Fell wird bis zu 8 cm lang. Das Angora besitzt mindestens 8 Wirbel am Körper, welche genau so verteilt sind wie bei den Rosetten: 4 Wirbel am Körper, 2 Wirbel an der Hüfte und 2 Wirbel an der Hinterhand. Bei der Verteilung der Wirbel spielt die Symmetrie wieder eine ganz wichtige Rolle! Durch diese Wirbel kann auch ein Scheitel auf dem Rücken entstehen, an welchem das Fell nach links und rechts abfällt. Unterscheiden kann man es am leichtesten von den Peruanern, dadurch, dass Peruaner nur 2 Wirbel besitzen.

Coronet

Das Fell des Coronet ist lang, weich und glatt. Das Kopffell ist kurz. Auf dem Kopf sitzt wie bei den Cresteds eine Krone, welche auch der einzige Unterschied zu ihren Verwandten den Shelties ist. 

 

Entstanden ist diese Rasse durch eine Kreuzung von Cresteds mit Shelties.

Lunkarya

Lunkaryas haben ein sehr harsches (raues), abstehendes Fell Das Fell ist überwiegend gelockt. Lunkaryas gibt es in drei verschiedenen Varianten: Lunkarya-Sheltie, Lunkarya-Coronet und Lunkarya-Peruaner.

 

Lunkaryas kommen aus Schweden und wurden erst 2004 nach Deutschland gebracht.

Die Vererbung dieses Merkmals ist im Gegensatz zu den anderen Langhaarrassen dominant und nicht rezessiv!

Merino

Das Merino besitzt langes, lockiges Fell. Sogar am Bauch kann man die Locken finden. Jedoch sind die Locken nicht von Geburt an zu erkennen sondern entwickeln sich erst ca. ab dem 6 Lebensmonat und sind ungefähr im 12 Lebensmonat vollständig vorhanden. Die Tiere haben auch den sog. "Donut", einen Wirbel auf dem Kopf, welcher aussieht wie eine Krone. Am restlichen Körper sollten sich aber keine Wirbel befinden.

 

Vorsicht: Viele Merinos leiden unter Schäden der Hornhaut, welche durch ihr Roll-Lid verursacht werden können. Dies kann letztendlich zu Entzündungen bis hin zum Erblinden des Tieres führen. Daher unbedingt darauf achten, dass man von einem Züchter kauft der stets auf die Gesundheit seiner Tiere bedacht ist!

Mohair

Die Mohairs besitzen langes, lockiges Fell. Es besitzt Wirbel am ganzen Körper und sieht dadurch aus wie ein Fellknäuel

 

Die Rasse sowie der Name sind nicht anerkannt. Es handelt sich hierbei um eine Kreuzung von Angora und Texel Schweinchen. 

Peruaner

Sie besitzen ein glattes, langes und seidiges Fell. Das Fell kann bis zu 30 cm lang werden. Es besitzt 2 Wirbel auf der Hinterhand durch welche das Fell nach vorne geworfen wird und ein Pony entsteht. Gestützt wird dieser durch Verwirbelungen auf der Stirn. Durch seinen am Rücken verlaufenden Mittelscheitel fallen die Haare links und rechts vom Körper nach unten.

Sheltie

Das Fell der Shelties ist weich, glatt und fällt nach hinten. Am Kopf ist das Fell kurz. Erst ab den Ohren beginnt das lange Fellkleid. Sie besitzen keine Wirbel am Körper.

Texel

Das Fell von Texel Meerschweinchen ist am Körper und Bauch lang und gelockt, am Kopf hingegen kurz und wellig. Die Haare ähneln einem Korkenzieher. Sie besitzen keine Wirbel. Es ist auch kein Pony vorhanden. Die Haare an den Seiten fallen durch einen Mittelscheitel vom Körper seitlich ab.


Skinny Pigs

Skinny Pigs sind die nackte Variante unserer geliebten Meerschweinchen. Nur an der Nase, im Gesicht und an den Pfoten können sie etwas Fell haben. Tasthaare sind üblicherweise vorhanden und erleichtern die Orientierung im Dunkeln enorm. Der Körperbau und das Sozialverhalten sind identisch wie beim felligem Kollegen. Durch ihren Wärmeverlust und somit höheren Energiebedarf fressen Skinny Pigs ein bisschen mehr als normale Meerschweinchen. Für ganzjährige Außenhaltung sind sie nicht geeignet, weil sie viel zu schnell Erfrierungen und eine Unterkühlung bekommen können. Auch bei einer Vergesellschaftung mit Artgenossen ist erhöhte Vorsicht geboten, denn sie haben keinen dicken Fellpanzer, welcher sie vor Bissen schützen kann. Skinny Pigs gibt es seit den 1970er Jahren in Deutschland.

 

Entstanden ist diese Rasse durch eine Mutation in einem kanadischem Forschungslabor. Von dort kamen sie in die Hände von Züchtern, welche sie mit Glatthaar Schweinchen verpaarten, um sie widerstandsfähiger zu machen und sie in den verschiedenen Farben zu bekommen.

 

Eine weitere Rasse der Nacktmeerschweinchen sind Baldwins. Sie kommen mit Fell auf die Welt, verlieren dieses jedoch bald wieder. Dadurch dass sie auch ihre Tasthaare verlieren können sie sich im Dunkeln wesentlich schlechter orientieren. Ihr Immunsystem ist ebenfalls geschwächt wodurch die Zucht der Baldwins eigentlich einer Qualzucht gleichkommt.


Cuy Meerschweinchen

Ecuador Meerschwein Farm
Ecuador Meerschwein Farm

Die sogenannten Riesenmeerschweinchen sind keine eigenständige Rasse und es kommt häufig zu Verwechselungen, da "Cuy" der Oberbegriff für alle Meerschweinchen in Südamerika ist (auch Wildmeerschweinchen fallen darunter). 

 

Herkunft

 

Cuys kommen aus Südamerika, wo sie als Masttiere und Fleischlieferanten gezüchtet und gehalten wurden bzw. immer noch werden. Cuys kommen in den verschiedensten Felltypen vor, also z.B. als Glatthaar, Crested oder auch Rosette. 

Unterschied zum Hausmeerschweinchen

Sie unterscheiden sich vor allem durch ihren Körperbau und ihr Gewicht von den gewöhnlichen Hausmeerschweinchen, denn ein Hausmeerschweinchen wird max 1.5 kg schwer, Cuys hingegen werden bis zu 3 kg schwer und bis zu 35cm lang. Eine besondere Unterart, die Cobayos, können sogar bis zu 4kg und 50 cm lang werden. Die Lebenserwartung von Cuys liegt in etwa bei 3 Jahren, viel kürzer als bei ihren kleineren Artgenossen. Sie setzen nach der Geburt sehr schnell fett an und wiegen bereits im 4 Monat so viel wie ein ausgewachsenes Hausmeerschweinchen.

 

Haltung

Bei der Haltung muss man bedenken, dass Cuys mehr Platz als normale Hausmeerschweinchen benötigen. Sie sind außerdem sehr scheu, somit ist ein Kinderhaushalt meist nicht der geeignete Platz für die Riesen. Auf unbekannte Geräusche können sie sehr panisch reagieren, was zu Verletzungen in der Gruppe führen kann. Oft können Cuys and Vielzehigkeit, der sog. Polydaktylie leiden, d.h. sie entwickeln mehr Zehen als normal üblich. Dies stellt jedoch meistens keine Behinderung im Alltag für die Cuys dar, gilt jedoch unter Züchtern als Erbfehler und ist somit nicht erwünscht. 

 

Zucht

Cuys kann man üblicherweise nicht in Zoohandlungen erwerben und sind daher nur bei Liebhabern oder Züchtern Zuhause. Verpaarungen mit normalen Hausmeerschweinchen sind möglich. Können jedoch zu großen Gefahren für das weibliche Tier führen, denn Cuybabys sind um einiges größer als normale Meerschweinbabys, was zu Komplikationen bei der Geburt führen kann. Daher sollten nur erfahrene Züchter sich auf solche Verpaarungen einlassen. 


Satin Meerschweinchen

Satin-Meerschweinchen sind keine Rasse im eigentlichen Sinn. Jedoch gehören sie meiner Meinung nach auch nicht zu den Farben, denn sie können in allen Farben und Rassen vorkommen. 

 

Besonderheit

Die Satin-Meerschweinchen sind durch eine Mutation entstanden und wurden 1977 in Amerika entdeckt.

Der Begriff Satin bezeichnet eine speziell glänzende Fellstruktur, welche durch die hohlen Haare der Tiere entsteht. Das Licht wird im inneren der Haare reflektiert und glänzt somit viel stärker als das von nicht Satin-Schweinchen. 

 

Osteodystrophie

Diesen Begriff hört man sehr häufig im Zusammenhang mit Satin-Meerschweinchen, aber was bedeutet er? 

Osteodystrophie bezeichnet eine vererbte Skelettkrankheit. Bei dieser wird den Knochen Calcium entzogen, die Knochengrundsubstanz (Osteoid) abgebaut und durch instabiles Bindegewebe ersetzt. Dies betrifft hauptsächlich die Oberschenkel- und Kieferknochen. Dies führt zu starken Schmerzen, Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit bis hin zur Bewegungsunfähigkeit und Problemen bei der Futteraufnahme. Dies kann letztendlich bis zum Tod des betroffenen Tieres führen. Jedoch kann ein Tier, bei welchem die Krankheit diagnostiziert wurde, auch ein normales Alter erreichen ohne den Auftritt von Symptomen. Diagnostiziert werden kann Osteodystrophie auch schon vor Auftreten äußerlicher Auffälligkeiten durch Röntgenaufnahmen. Eine Behandlung der Krankheit ist nicht möglich.

 

Bekannt ist diese Krankheit auch als "Satin-Krankheit", jedoch kann sie auch bei normalen Meerschweinchen auftreten, was zum Glück nur selten der Fall ist. Mittlerweile wurde festgestellt, dass die Verpaarung von Satin und Satin nicht zwingend zu toten Nachkommen führt. Es gibt anscheinend zwei Linien, eine Gesunde und eine Kranke Linie. Also ist es abhängig davon aus welcher Linie die Elterntiere kommen:

 

gesunde Linie x gesunde Linie = gesunde Nachkommen

gesunde Linie x kranke Linie = einzelne Todesfälle + Nachkommen kranke Linie

kranke Linie x kranke Linie = tote Nachkommen

 

Leider kann man nicht feststellen aus welcher Linie die eigenen Tiere entstammen, daher ist eine Satin-Verpaarung nur für erfahrene Züchter empfehlenswert. 

 

Trägereigenschaften

Das Satin Gen kann auch über sog. Träger vererbt werden. Träger Tiere erhält man wenn man Satin und nicht Satin verpaart. Verpaart man dann einen Träger mit einem Satin, so erhält man in der Theorie 50% Satin Nachkommen und 50% Träger Nachkommen. Es ist jedoch auch möglich dass ein reiner Satin-Wurf oder reiner Träger-Wurf fällt.

Satin vererbt sich also rezessiv und somit ist ein Satin "ss", ein Träger "Ss" und ein nicht Satin "SS".